Den CT-Bericht erhielt ich Ende letzter Woche wie gewohnt per Post zugestellt. Vertrauensvoll und gespannt öffnete ich den Umschlag und las den medizinischen Bericht. Der Befund allgemein war weiterhin stabil und dieser gute Bescheid liess mich beruhigt aufatmen. Nichts Neues stand betreffend Schulter, jedoch eine Bemerkung über einen kleinen Knoten in der Lunge, dies musste mein Arzt mit mir besprechen. Wie unbeschreiblich dankbar und glücklich bin ich über diesen gleichbleibenden Verlauf! Ich war so gerührt und Tränen kugelten über meine Wangen…
In der kurzen Besprechung mit meinem Arzt, sagte er mir, dass er den im CT-Bericht erwähnten Lungenknoten noch mit dem Ärztegremium auf den Bildern anschauen und besprechen möchte. Am Folgetag telefonierte ich mit dem Arzt und er meinte, dass es keinen Grund zur Beunruhigung gäbe, wir aber alles beobachten müssen und ich in drei Monaten wieder zu ihm kommen soll, um ein neues CT zu planen.
Nach dem persönlichen Gespräch beim Onkologen, ging ich zu der Praxisassistentin, damit sie meinen Port anstechen und spülen und mir die Injektion eines Medikamentes gegen meine vorzeitig entstehende Osteoporose geben konnte. Die Einstichstelle des Ports hatte ich wie gewohnt daheim mit Betäubungssalbe unempfindlich gemacht. Mit erhöhtem Oberkörper lag ich auf der Behandlungsliege und nach dem Desinfizieren der Haut über dem Port, hielt die Assistentin mit einer Hand das runde Edelstahlteil unterhalb meines Schlüsselbeins fest, zählte wie jedes Mal auf drei und stach mit dem langen, dicken Dorn in meinen Venenkatheter. Die Assistentin spürte, dass sie mit der Nadel nicht richtig im Port drin war und drückte nochmals kräftig auf den Dorn, merkte jedoch, dass die Dornnadel weiterhin nicht ganz am richtigen Ort sass und auch kein Blut durch den dünnen Schlauch floss. Etwas verzweifelt meinte die Assistentin, dass sie den Dorn wieder entfernen müsse und versuchte diesen herauszuziehen, doch nichts tat sich. Wir beiden Frauen schauten uns etwas ratlos und angespannt an. Nach einem zweiten Versuch konnte sie den Dorn mit Mühe aus meinem Venenzugang herausziehen, die spitze Dornnadel war ziemlich verkrümmt und offenbar hatte die gute Frau den Port schräg und mit zuviel Kraft angestochen. Mit einer neuen, etwas feineren und kürzeren Dornnadel konnte die Assistentin in einem weiteren Versuch meinen Port danach mühelos anstechen und wir atmeten beide beruhigt auf.
Gleich darauf beim Einspritzen des Blutgerinnungshemmers über den Port, spritzte mir plötzlich mein eigenes, etwas verdünntes Blut, mitten ins Gesicht…
Der feine Schlauch der von der Spritzenspitze über die Dornnadel zum Port führte, hatte sich durch zu starken Druck von der Spritze weggelöst. Die Assistentin entschuldigte sich und sagte, dass ihr dies noch nie passiert sei, erneut hatte sie wohl ein wenig zuviel Kraft angewendet. Mein ganzes Gesicht, mein nur mit BH bekleideter Oberkörper und die weisse Wand hinter der Behandlungsliege waren vollgespritzt mit hellrotem Blut und dieses blutige Bild glich wohl fast der Szene eines Kriminalfilms. Wir mussten beide über diese ungewöhnliche und komische Situation lachen. Nach der ersten Spülung, der Blutentnahme über den Port und einer Endspülung hatte ich diese abenteuerliche Reinigung meines Venenkatheters endlich überstanden. Inzwischen bin ich blau und gelb über dem Port, ein kleines Andenken an diese witzige Geschichte.







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