Rheinwanderung

Das Wetter war herrlich sonnig und warm und so entschloss ich mich, von daheim aus eine Wanderung zu unternehmen und zog mit meinem kleinen Tagesrucksack los.

Ich ging zum Rhein und wanderte dem Wasser entlang flussaufwärts. Ich genoss dieses bereits sommerliche, wunderbare Wetter, diese zarten, hellgrünen Blätter der Bäume im Wald und die wunderschöne Blütenpracht der Wiesen und Büsche.

Das Wasser des Rheins floss mir entgegen, rauschte leise und murmelte vergnügt sein Lied neben mir. Diese friedliche Idylle wurde begleitet von den vielen, fröhlichen Vogelgesängen.

Immer wieder war die Luft erfüllt von unterschiedlichen Blumendüften, einmal ganz stark und stechend von den Blüten eines Rapsfeldes, einmal sehr würzig von Bärlauchblüten und dann ganz zart von diversen blühenden Büschen und Bäumen.

Ich genoss diese prächtige Frühlingsnatur, blieb ab und zu stehen, um inne zu halten, mich umzusehen, zu lauschen, an einer Blüte zu riechen und ein paar Fotos zu machen.

Nachdem ich schon eine ganze Weile gewandert war, entschloss ich mich zu rasten und entdeckte ein kleines, lauschiges Plätzchen mit ein paar grossen Steinen am Wasser.

Ich zog den Rucksack ab, setzte mich auf einen bequemen Stein und spürte wie sich die Müdigkeit und Schmerzen in meinen Knochen und Gelenken bemerkbar machten.

Ich war erfüllt von grosser Freude, Dankbarkeit und Glück, es war so wunderschön hier am Wasser zu sitzen, zu ruhen und diesen herrlichen Ort zu geniessen und die traumhafte Natur mit allen meinen Sinnen aufzunehmen…

Zufrieden und vergnügt nahm ich nach einer Weile meinen kleinen Snack aus dem Rucksack und stärkte mich mit etwas frischem Gemüse, Käse und Nüssen. Ich trank viel Wasser, wovon ich auf meinen Wanderungen immer genügend in einem Wassertank im Rucksack mittrage, um meinem Körper genügend Flüssigkeit zuzuführen.

Nach meiner langen, genussvollen Rast verabschiedete ich mich von diesem idyllischen Ort und ging langsam wieder die gleiche Strecke dem Rhein entlang zurück.

Auf dem Rückweg machte ich immer wieder kurze Halte, um die Natur zu beobachten und zu geniessen. Viele Schwäne tummelten sich am Rheinufer, erfreuten sich an der warmen Sonne und putzten sich voller Eifer im Wasser. Ein Schwan sass auf den Steinen immer am gleichen Ort und wurde bewacht von einem anderen Schwan, was mich vermuten liess, dass dies eine brütende Schwanhenne sein könnte.

Lange zog sich mein Heimweg dahin und ich spürte die Müdigkeit und Schmerzen immer mehr.

Am frühen Abend kam ich glücklich und zufrieden zu Hause an und war so sehr erfüllt und verzaubert von der traumhaften Natur, die ich an diesem strahlenden Tag geniessen und tief in mich aufnehmen durfte.

Die Mistel meine Begleiterin

Seit fast drei Jahren ist die Mistel bzw. die Mistelessenz meine Begleiterin.

Die Mistel wächst auf unterschiedlichen Laubbäumen und diversen Tannen und ist eine Schmarotzerpflanze, die den Bäumen Säfte entzieht. Diese grüne, unscheinbare Pflanze mit den kleinen weissen, etwas glasigen, kugelförmigen Früchten ist so gehalt- und wertvoll und wird schon sehr lange in der anthroposophischen Medizin angewendet. Schon in der Mythologie des Altertums war die Mistel bekannt und galt als Heilpflanze für Krankheiten und wurde als Heiligtum und Zeichen von immerwährendem Leben verehrt.

Das für mich geeignete Mistelpräparat und deren Dosis wurden mir von einem spezialisierten Arzt verordnet. Die Mistelessenz dient der Stärkung und Optimierung meines Immunsystems, denn ein intaktes, aktives Immunsystem ist für mich von grosser Wichtigkeit und meine Lebensversicherung. Zusätzlich achte ich immer sehr darauf, dass ich mich nicht mit Viren oder Bakterien anderer Leute anstecke, da mein Immunsystem nicht unnötig und zusätzlich belastet werden sollte. Mein Freundeskreis ist da sehr rücksichtsvoll und trifft sich nicht mit mir, wenn sie kränklich oder erkältet sind.

Nach der ersten ärztlichen Mistelverordnung wurde ich von einer Assistentin in die Kunst des Mistelspritzens eingeführt und schaffte es nach langem Ringen um Mut und Überwindung das erste Mal, mir die kleine Spritze unter die Haut meines Bauches zu stechen. Von meinem ersten Beruf als Krankenschwester wusste ich genau wie eine Spritze zu verabreichen war, doch mir selber eine Spritze zu setzen war etwas anderes und widerstrebte mir sehr.

Nun war ich daheim auf mich alleine gestellt, um mir die nächste Ration des Mistelpräparates zu spritzen. Doch der Mut hatte mich inzwischen verlassen und auch nach einigen, immer erneuten Versuchen, mir diese kleine Spritze selber zu verabreichen, gelang es mir nicht… Immer kurz bevor die feine Nadel in die Haut zu stechen drohte, stoppte meine Hand und hinderte mich, diese gute Tat zu Ende zu bringen.

Während der Chemozeit hatte mein Partner gelernt, mir ein Medikament zur Stärkung meines geschwächten Blutes zu spritzen, welches ich nach jeder Chemo erhalten musste. Das Spritzen machte meinem Partner Spass und mit viel Anlauf und Schwung verabreichte er mir jeweils diese Spritze und half mir so anfangs auch beim Mistelpräparat spritzen.

Immer wieder von Neuem versuchte ich, mir die Mistelspritze selber zu stechen, denn ich wollte unabhängig und nicht jedes Mal auf fremde Hilfe angewiesen sein. Während meines zweimonatigen stationären Aufenthaltes in der Therapieklinik Rheinfelden hatte ich mir zum Ziel gesetzt, von meiner Spritz-Hemmschwelle loszukommen.

Durch das sehr einfühlsame und geduldige Heranführen einer lieben Pflegefachfrau konnte ich dieses Ziel bald voller Freude und Stolz erreichen. Seither spritze ich mein Mistelpräparat gerne und es ist zu einem kleinen Ritual geworden, welches ich dreimal die Woche für mich alleine zelebriere.

Von Anfang an empfand ich das Spritzen in den Oberschenkel als angenehmer wie in den empfindlichen Bauch und so spritze ich immer abwechselnd in den linken und das andere Mal in den rechten Oberschenkel.

Die Mistelessenz ziehe ich mit einer dickeren Nadel aus der kleinen Glasampulle in eine Spritze auf und wechsle dann die Aufzugsnadel in eine feinere Nadel aus. Danach klopfe ich die Luftbläschen aus der Spritze und entziehe die letzte Luft am Spritzeneingang. Nach dem Desinfizieren eines kleinen Teils meines Oberschenkels kann ich nun die Mistelflüssigkeit 2 cm tief in die Hautschicht hinein spritzen.

Je nach Präparat muss ich mir 7 oder 14 Ampullen nacheinander dreimal die Woche spritzen, danach folgen 6 Tage Pause und dann geht es erneut weiter mit Spritzen.

Das Spritzen eines Mistelpräparates kann ich jeder Krebspatientin sehr empfehlen, denn es ist eine nachgewiesene gute Unterstützung für das Immunsystem.

 

 

Kraft und Trost auf meiner Walkingrunde

Letzte Woche bin ich voller Schmerzen und damit verbundenem traurigen Gemüt auf meine gewohnte Walkingrunde losgezogen.

Ich ging vorbei an leuchtenden, hellgelb blühenden Rapsfeldern, deren intensiver Duft an meiner Nase vorbeizog und an Wiesen voller dunkelgelber Löwenzahnblüten.

Diese hübschen Blütengesichter des Löwenzahns lachten
mich an, erfüllten mein Herz mit Sonne und Freude und erhellten meine Schmerzen und bedrückte Stimmung.

In meinem Walkingtempo ging ich mit den Stöcken an den Handgelenken wippend in den Wald hinauf und war überwältigt von dieser
wunderschönen, frischen Pracht mit den zarten, hellgrünen Blättern an den Laubbäumen!

Am Waldrand lehnte ich mich an „meinen“ Baum, eine grosse, hohe Föhre, die ich fast bei jeder Walkingrunde besuche, um von ihrer Baumkraft zu tanken. Nach kurzem Verschnaufen wurde ich ganz ruhig, atmete diese frische, kühle Aprilluft tief in meine Lungen ein und liess meine Blicke in die Ferne schweifen. Der Himmel war grau und mit Wolken verhangen, die in der Höhe schnell vor meinen Augen vorüber zogen.

Während ich mit meinem Rücken an dieser schönen, kräftigen Föhre lehnend in energetischem Austausch mit ihr war, lauschte ich den wunderschönen, fröhlichen und unterschiedlich klingenden Vogelstimmen. Ich fühlte mich so sehr verbunden und vereint mit dieser berauschenden, herrlichen Natur…

Ich konnte mich kaum lösen von dieser Kraft spendenden Idylle der Natur, diesem sättigenden, zarten Grün der Baumblätter, den vergnügten, wunderbaren Vogelgesängen und der grauen, trüben und kühlen Aprilstimmung…

Nachdem ich mich von meinem Baum verabschiedet, mich langsam von diesem Ort der Ruhe gelöst hatte und dem Waldrand entlang weiter meines Weges ging, sah ich plötzlich etwas Braunes im Gras durch die Wiese fliehen. Ein grosser brauner Feldhase rannte davon, setzte sich etwas weiter vorne auf einer kleinen Anhöhe hin und zeigte mir seine langen Ohren, bis er sich danach durch das bereits hohe Gras aus dem Staub machte.

Ein kühler Wind wehte mir um die Ohren, es begann zu regnen und ich genoss die nassen Regentropfen in meinem Gesicht. Tief berührt von dieser prächtigen, frischen Natur und mit grosser Dankbarkeit über diese heilende, tröstende Energie schritt ich mit erfreutem, vergnügtem Herzen heimwärts.

 

 

Erinnerungen an meine Operationen

Nachdem ich im letzten Artikel von meiner fünften Operation geschrieben hatte, kamen die Erinnerungen jeder einzelnen Operation wieder in mir hoch…

Vor meiner ganzen Krankengeschichte hatte ich immer grosse Angst vor einer Operation. Ich hoffte so sehr, dass ich mich nie im Leben einer Operation unterziehen musste. Dieses unkontrollierte den Ärzten ausgeliefert zu sein und nicht zu wissen was im Operationssaal mit mir geschieht…, dieser Gedanke versetzte mich in Panik. Keine Kontrolle über mich und meinen Körper haben zu können, schien mir grauenhaft und unvorstellbar.

Mit der Brustkrebsdiagnose hatte ich keine Kontrolle mehr über meine Gesundheit und musste dieses schwere Schicksal annehmen und dazu musste ich auch lernen, die Kontrolle über meinen Körper während den chirurgischen Eingriffen den Ärzten vertrauensvoll abzugeben. Somit musste ich mich also mit dem Kontrollverlust aufgrund der Krankheit sowie mit der temporären Kontrollabgabe bei Operationen auseinandersetzen.

Am Abend vor der Operation musste ich jeweils in die Klinik einrücken.

Zuerst gab es ein Gespräch mit dem operierenden Arzt über das genaue Vorgehen des Eingriffs, danach musste ich einen Fragebogen ausfüllen für den Anästhesiearzt und es folgte ein persönliches Gespräch mit ihm.

Vier Stunden vor der Operation durfte ich nichts mehr essen und zwei Stunden vor dem Eingriff keinen Schluck mehr trinken. Das nicht mehr trinken dürfen, war für mich jedes Mal sehr hart, denn ich hatte immer unheimlichen Durst und war sehr ausgetrocknet.

Nachdem ich das Kliniknachthemd und einen unsexy papierähnlichen Slip angezogen hatte und im Bett lag, erhielt ich eine beruhigende Tablette zur Einnahme. Nach dessen Einname war es mir nicht mehr erlaubt, das Klinkbett zu verlassen. Dieses Medikament machte etwas schläfrig und war die erste Vorbereitung vor der Narkose.

Eine gute halbe Stunde vor Operationsbeginn wurde ich im Klinikbett in den Vorbereitungsraum vor dem Operationsraum gerollt. Dort musste ich vom Bett auf eine harte, schmale Liege hinüberrutschen. Ich bekam ein Häubchen über meine Haare gestülpt, meine Armvene wurde angestochen und eine Zuleitung mit einer Infusion mit Kochsalzlösung gelegt. Danach wurden meine Arme und Beine auf der Liege festgebunden und ich fühlte mich dabei sehr unwohl und total gefangen. Nach der venösen Verabreichung des ersten Narkosemittels wurde ich mit der Liege in den Operationssaal gerollt.

Vor zwei Operationen wurde mir das erste Narkosemittel erst im Operationssaal gespritzt und so konnte ich mich kurz umsehen und die Vorbereitungen voller Interesse beobachten, bis ich danach sehr schnell in den tiefen Narkoseschlaf gefallen bin.

Ich erinnere mich noch gut, wie ich mir vor der ersten Operation vorgenommen hatte, mich so lange wie möglich wach zu halten, wenn das Narkosemittel gespritzt war…, doch dagegen konnte ich mich auch mit dem stärksten Willen nicht wehren…, kaum war das Narkoseeinleitungsmittel gespritzt bin ich weggetreten…

Nach den Operationen kam ich in einen ruhigen, angenehmen Aufwachraum, wo ich von einer Pflegefachfrau überwacht wurde, bis ich soweit stabil und angehend wach war, dass ich im Klinikbett wieder in mein Krankenzimmer gerollt werden konnte.

Nach den Narkosen habe ich jedes Mal sehr lange geschlafen und brauchte immer einige Stunden, bis ich wieder einigermassen bei Bewusstsein war…

Vorbereitung zur Behandlung meiner Lebermetastasen (Teil 13)

Dieses Mal erzähle ich gerne eine weitere Folge meiner Krankengeschichte, dies ist bereits der Teil 13.

Nach meiner Unterleibsoperation im September 2009 hatte ich einen guten Monat Zeit, um mich ein wenig zu erholen bis meine nächste Behandlung auf dem Programm stand.

Ich hatte von einem Bestrahlungsgerät gelesen, welches für ganz bestimmte Metastasen eingesetzt werden konnte und fragte meinen Arzt, ob wir diese Behandlungsart für meine Lebermetastasen anwenden könnten und bat ihn dies zu prüfen. Ich wollte auf keinen Fall eine Behandlung oder Therapie auslassen oder verpassen, die mir irgendwie helfen konnte.

Nach der Beratung im Ärzteteam und der Prüfung dieser Behandlungsart für meinen individuellen Krankheitsverlauf, wollte mein Arzt diese Bestrahlung so bald wie möglich gegen meine Lebermetastasen einsetzen lassen. Zusammen mit einer Mitpatientin mit gleicher Diagnose und Krankheitsverlauf waren wir die ersten zwei Patientinnen, die aufgrund von der Lage und Anzahl der Lebermetastasen für diese Bestrahlung in Frage kamen und daran teilhaben durften. Diese Bestrahlung kann nicht in jedem Fall angewendet werden, denn es müssen spezielle Kriterien erfüllt sein und ein bestimmter Krankheitsverlauf vorliegen.


Zur Vorbereitung dieser Bestrahlung musste ich mich erneut einem operativen Eingriff hingeben, welcher ambulant an einem Tag im Oktober 2009 durchgeführt wurde.

Am Morgen früh reiste ich in die Klinik und nachdem die Ärzte mit mir das Vorgehen der Operation besprochen hatten, begab ich mich einmal mehr vertrauensvoll in die Hände der Ärzte. Dies war nun schon meine fünfte Operation und inzwischen wusste ich Schritt für Schritt wie alles vor sich ging, bis ich nach der Einleitung der Narkose in den tiefen Schlaf versank…

Aufgrund der Lage meiner Metastasen war diese Operation anspruchsvoll und mit Risiken verbunden, zudem durfte meine Leber nicht unnötig verletzt werden, da dies starke und lebensbedrohliche Blutungen zur Folge hätte haben können. In dem Eingriff wurden auf zwei meiner Lebermetastasen, die chirurgisch gut erreichbar waren, kleine Markierungen gesetzt, die es später als Fixierpunkte für das Bestrahlungsgerät brauchte.

Nach der Operation kam ich in die Tagesklinik, wo ich bis zu meiner Entlassung am Abend beobachtet und betreut wurde. Nach einer letzten abendlichen Arztkontrolle holte mich mein Partner in der Klinik ab und wurde angewiesen, mich mit grosser Vorsicht nach Hause zu fahren. So gut wie möglich mussten nun Erschütterungen meines Körpers vermieden werden, damit sich die feinen Markierungen auf meiner Leber auf keinen Fall verschoben. Aus diesem Grund hatte der Arzt mir ein paar Tage ganz ruhiges Liegen daheim auferlegt, damit die implantierten Markierungen gut einwachsen konnten.

Diese kleinen Markierungen werden nicht mehr entfernt und ruhen nun für immer auf meiner Leber.

 

Weiterlesen der Krankengeschichte:

Unterleibs-Operation (Teil 12)

Erneuter schlechter Laborbefund (Teil 11)

Aufarbeitung der Brustkrebserkrankung (Teil 10)

Erholung nach der Chemozeit (Teil 9)

Abschluss meiner Chemozeit (Teil 8 )

Oben ohne – mein neues Körpergefühl (Teil 7)

Schmerzlicher Haarverlust (Teil 6)

Vorbereitung auf Haarverlust durch Chemotherapien (Teil 5)

Die Chemozeit (Teil 4)

Der Venenkatheter “port-a-cath” (Teil 3)

Nach den Operationen (Teil 2)

Beginn meiner Krankengeschichte (Teil 1)

 

Leona – ein Jahr Blog

Vor über einem Jahr habe ich mit meinem ersten Blog Artikel „Frühlingserwachen“ zu schreiben angefangen.

Über meine Krankengeschichte und Erfahrungen mit Informationen und Tipps sowie über meine wunderschönen Erlebnisse und persönlichen Eindrücke in der Natur und auf Reisen habe ich in diesem Jahr geschrieben und mit Euch, meine lieben Leserinnen und Leser, geteilt.

Mit meinem Blog möchte ich gerne Mitbetroffene, neu an Krebs erkrankte Frauen und Männer sowie alle am Thema interessierten Menschen, Freunde und Bekannte erreichen, informieren und begeistern.

Wenn Ihnen mein Blog gefällt und sie mit Freude und Interesse regelmässig darin lesen, erzählen Sie es doch weiter und lassen Sie viele weitere Mitmenschen daran teilhaben. Ich freue mich auch sehr über Ihre Kommentare zu meinem Blog und würde mehr Kommentare begrüssen und wenn Sie Fragen haben, dann beantworte ich diese gerne.

Das Schreiben macht mir grosse Freude und meine Artikel verfasse ich mit viel Liebe und Leidenschaft, Motivation und Engagement. Ich freue mich darauf, Euch noch über zahlreiche Themen, meine zukünftigen persönlichen Erlebnisse und weitere Teile meiner Krankengeschichte zu berichten.

Ich möchte mit meinen Zeilen auch allen Leserinnen und Lesern nahe legen, dieses wunderbare Leben in Achtsamkeit und mit allen Sinnen wahrzunehmen, zu schätzen und in vollen Zügen zu geniessen, ob mit oder ohne Krankheit…!!

Das Leben hier auf unserer paradiesischen Erde ist so einzigartig und wunderschön! Ich freue mich unendlich, dass ich intensiv leben und jeden Tag neu geniessen darf!

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen, frohe und geruhsame, gemütliche und genüssliche Ostertage!

Herzlichst, Eure Leona

Ein neuer Frühling

Seit Tagen geniesse ich dieses herrliche, sonnige und bereits warme Frühlingswetter und sitze täglich im Garten an der Sonne. Ein neuer Frühling zieht langsam in unser Land und die Natur erwacht zu neuem Leben.

Bei meiner Walkingrunde vor zwei Tagen wurde ich so genährt von der wunderbaren Natur. Mein Körper war müde, doch mein Geist war frisch und lebendig, mein Gemüt voller Freude und Zufriedenheit!

Der Wald ist im Moment noch kahl und die Bäume sind voller trockener, brauner Blätter vom letzten Herbst. Die ersten Blumen und Sträucher sind aus dem Winterschlaf erwacht und bald wird der übersichtliche, fade und triste Wald überwachsen sein und überfüllt mit dem zarten hellgrünen Laub der Bäume. Die Wildtiere, denen ich auf meinen Walkinggängen immer wieder begegne, können sich an der frischen Nahrung neu erfreuen und im dichter werdenden Wald mit besserem Sichtschutz wohler fühlen. An vielen Laubbäumen sind die Blätterknospen kurz vor dem Öffnen und warten zurückhaltend darauf, das Licht dieser Welt zu erblicken.

Wie sehr geniesse ich es, dem vergnügten, fröhlichen Gesang der Vögel im Wald zu lauschen und ich kann nicht genug hören von diesem wunderschönen, erquickenden Konzert! Auch die ersten vereinzelten Schmetterlinge haben mich schon auf meiner Walkingtour begleitet und freudig in der Sonne getanzt.

Es ist so traumhaft, diesem Erwachen der Natur zuzusehen und jeden Schritt mitzuerleben! Die Natur, meine wertvolle Oase und mein grosser Paradiesgarten, die nun immer mehr in ihrem frischen, strahlenden Kleid vor mir erblüht und gedeiht! Der Frühling ist jedes Jahr wie eine Wiedergeburt, wenn sich die Natur mit ihren prächtigen, intensiven Farben, Formen und Düften neu entwickelt und entfaltet.

Ich spüre diese neue Lebenskraft und Energie, die mit dem Erwachen der Natur auch in mir aufsteigt und sich verbreitet. Mein Körper, mein Geist und meine Seele werden wunderbar frisch und farbig von dieser Naturpracht beschenkt…, mein Herz ist tief berührt und voller Dankbarkeit und Glückseligkeit…

Schmerzen und Frühlingsgefühle

Nach meiner Rückkehr von den Winterferien in Österreich war der Alltag daheim schnell wieder eingekehrt. Wie gewohnt nach den Ferien standen Kleider waschen, bügeln und verräumen sowie der Hausputz an. Die Putzhilfe, die mich alle zwei Wochen unterstützt, kam erst zwei Wochen nach meinen Ferien wieder und so musste ich den ganzen Hausputz alleine machen.

Obwohl ich mir viel Zeit für die Haushaltarbeiten nahm, sie verteilt auf drei Tage erledigte und mir immer wieder die notwendigen Pausen einlegte, war alles doch sehr anstrengend für mich und bereitete mir zusätzliche, sehr starke Schmerzen und Erschöpfung. Das war der Preis, den ich nach der Ferienabwesenheit erneut zahlen musste.

Als wären meine täglichen Schmerzen in den Gelenken, Knochen und Muskeln sowie auf der Leber nicht schon genug, so verstärken sich diese Schmerzen bei solchen Arbeiten und Anstrengungen jedes Mal um ein Vielfaches. Diese starken Schmerzen begleiten mich dann jeweils bis in den Schlaf, wenn ich trotz den Schmerzen irgendwann wirklich einschlafen kann…

Der Frühling ist inzwischen eingekehrt und die herrlichen, bereits warmen Sonnenstrahlen und die ersten wunderschönen Frühlingsblumen überall in den Gärten erfreuen mein Herz. Sie wecken in mir grosse Frühlingsgefühle, die sich in tiefer Freude und Glückseligkeit, einer Fröhlichkeit und immensen Lust nur noch in der Natur draussen zu sein, äussern.

Wenn ich nun im Garten an der Sonne sitze und diese erwachende, wunderbare Natur intensiv spüren und geniessen kann, dann schenkt mir dies so viel Kraft, Frieden und Vertrauen und lässt mich alle diese Schmerzen fast vergessen…

Wie stark meine Schmerzen auch sind, ich lebe und fühle und das ist das was im Moment für mich zählt!

 

Winterferien

Anfang März durfte ich herrliche, ruhige Winterferien zusammen mit meinem Partner erleben und geniessen. Zum zweiten Mal fuhren wir zuhinterst ins Zillertal nach Hintertux in Österreich, wo wir in einem schönen Hotel unsere zehn Tage Sportferien verbrachten.

An den ersten zwei Ferientagen sowie am letzten Tag schneite es den ganzen Tag und ich erfreute mich an den weissen, grossen Schneeflocken und dem Nebel, der die Berge wie in Watte einhüllte. Wenn es frisch geschneit hatte war die Natur so märchenhaft schön mit dem neuen, reinen und weissen Schnee, der auf den Tannen ruhte.

Die restlichen Tage wurden wir mit wunderbarem Sonnenschein
und blauem Himmel beglückt und teilweise frühlingshaften Temperaturen.

Aufgrund der warmen Temperaturen war die Lawinengefahr sehr gross und einige Wege in die Höhe wurden gesperrt. Ab und zu hörte ich es an den Berghängen donnern und beobachtete wie einige Lawinen den Hang hinunter tosten und wie sich die grossen Schneemassen verteilten, langsam zum Stillstand kamen und danach wieder Ruhe einkehrte.

Während mein Partner Skifahren ging, habe ich herrliche Winterwanderungen alleine unternommen und die Stille der Natur mit allen meinen Sinnen in mir aufgenommen und in vollen Zügen genossen. Schneeschuhwandern konnte ich leider nur einmal und dies war sehr anstrengend und mühsam, da der Schnee sehr hoch war und ich fast bei jedem Schritt bis zu den Knien im Schnee versank.

Die Bergwelt am Ende des Zillertales ist wunderschön und die Sicht auf den grossen Gletscher ist sehr imposant. Meine Augen konnten sich kaum satt sehen an dem traumhaften, herrlichen Anblick dieser weissen winterlichen Berglandschaft.

Wir gastierten wie im letzten Jahr wieder im gleichen tollen Hotel und ich habe mich da erneut sehr wohl gefühlt. Ab und zu war ich im Hotelpool schwimmen und konnte die grandiose Sicht auf die Berge auch von da aus geniessen.

Abends haben wir gemütlich einen Apero getrunken und liessen uns danach im Hotelrestaurant mit einem leckeren Menu und gutem einheimischem Wein oder Bier verwöhnen.

Nach dem letzten Ferientag voller Schneefall zeigte sich das Wetter bei unserer Abreise wieder prächtig sonnig und umso schwerer fiel mir der Abschied vom Zillertal und von dieser wunderschönen, erneut frisch verschneiten Bergpracht, die ich hinter mir zurück lassen musste…

So traumhaft schön war diese Bergzeit und diese wunderbaren Momente und Bilder werde ich noch lange in meinem Herzen bei mir tragen und Kraft daraus schöpfen!

 

Unterleibs-Operation (Teil 12)

Im September 2009 lag ich also erneut in der Klinik und gab mich meinem Arzt ein weiteres Mal vertrauensvoll in dieser Operation zur Gebärmutterentfernung hin.

Für diese laparoskopische Hysterektomie, wie sie in der medizinischen Fachsprache heisst, wurden 3 ½ Liter Sauerstoff in meinen Unterleib gepumpt, um an die entsprechenden Organe zu gelangen. Durch drei kleine Löcher, die an verschiedenen Stellen in meinen Unterbauch geschnitten wurden, führte mein Arzt eine kleine Kamera sowie zwei Instrumente ein, um zuerst das ganze Innenleben meines Unterleibes zu betrachten. Auf diese Art und Weise wurden danach Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke weggetrennt, von unten durch die Vagina herausgezogen und am Schluss das Bauchfell inwendig gegen unten zugenäht.

Nach der Operation hatte ich starke Schmerzen, vor allem bedingt durch die verbleibende Luft in meinem Unterbauchraum. Mein Arzt sagte mir zwar vorab, dass die restliche Luft keine Probleme bereiten würde, doch wie ich später erfuhr, haben die meisten Frauen nach dieser Operation wochenlange Beschwerden.

Diese Luft drückte mir im Klinikbett so stark auf Herz und Lunge, dass ich schlussendlich nicht mehr atmen konnte… Aufgrund von sehr starkem Herzstechen und schwacher, aussetzender Atmung spürte ich sofort, dass etwas nicht in Ordnung war und drückte im letzten Moment auf die Glocke, die über meinem Klinikbett hing. In kurzer Zeit standen etliche Pflegefachfrauen und zwei Ärzte an meinem Bett und halfen mit entsprechenden Medikamenten, die Atem- und Herzprobleme in den Griff zu bekommen.

Wir waren alle wahnsinnig erleichtert und dankbar, als sich mein Körper nach einer Weile ohne schlimme Folgen von diesem Anfall beruhigt hatte.

Nach der Entlassung aus der Klinik litt ich sehr lange an Unterleibsbeschwerden und brauchte erneut eine ganz lange Erholungszeit nach dieser grossen Operation.

 

Weiterlesen der Krankengeschichte:

Erneuter schlechter Laborbefund (Teil 11)

Aufarbeitung der Brustkrebserkrankung (Teil 10)

Erholung nach der Chemozeit (Teil 9)

Abschluss meiner Chemozeit (Teil 8 )

Oben ohne – mein neues Körpergefühl (Teil 7)

Schmerzlicher Haarverlust (Teil 6)

Vorbereitung auf Haarverlust durch Chemotherapien (Teil 5)

Die Chemozeit (Teil 4)

Der Venenkatheter “port-a-cath” (Teil 3)

Nach den Operationen (Teil 2)

Beginn meiner Krankengeschichte (Teil 1)